Wer trägt die wirtschaftlichen Risiken fossiler Rohstoffe?

Ein Gastbeitrag von Dr. med. Andreas Reuland, Schriesheim.

Seit einigen Wochen warnen mich Schilder mit rotem Dreieck am Schriesheimer Waldeingang vor „erhöhtem Risiko waldtypischer Gefahren: Dürrholz und Astbruch durch Trockenheit und Folgeschäden!“
Jetzt reicht es mir aber langsam mit diesen Klimawandelfolgeschäden, denke ich mir. Wenn die BASF wegen Niedrigwasser die Produktion und Frankreich zwei Atomreaktoren runterfahren muss, ist das ärgerlich. Wenn hingegen ein steigender Gerstenpreis mein Bier teurer macht und mir Knüppel im Wald auf den Kopf fallen, dann sehe ich wirklich rot.

Woher kommen denn die ganzen toten Bäume, frage ich mich. Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf führt die langanhaltenden stabilen Wetterlagen mit Hitze und Trockenheit überwiegend auf den von uns verursachten Klimawandel zurück. Dass mit einer Klimaerwärmung auch die Hitzeextreme und Hitzeschäden zunehmen, ist ein „no-brainer“. Mittlerweile weiß man auch, dass Klimaschutz billiger ist als ungebremste Erderwärmung. Bei einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad sind laut einer Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung die Gesamtkosten von Klimaschutz und Klimaschäden am geringsten. Der Welt gehen die Ausreden fürs Nichtstun aus.

Man muss nur machen. Die Energiewende mit dem drastischen Preisverfall von Fotovoltaik und Windenergie ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Sonnenstrom gibt es mittlerweile in Katar für 1,42 und in Deutschland für 4-5 Cent/kWh quasi „hinterhergeworfen“, und auch in Schriesheim gibt es hoffentlich an der A5 bald einen Solarpark.

Neue Atomkraftwerke fallen als Alternative aus. RWE Chef Schmitz winkt hier dankend ab mit den Worten: „Das ist wirtschaftlich völliger Unsinn. Warum soll man Milliarden in eine Technologie investieren, bei der die kWh Strom mindestens 10 Cent kostet, wenn es mit Windkraft schon für 4 Cent geht?“ Und selbst BlackRock wird Klimaschutz künftig zum Kern der Unternehmenspolitik machen, wer möchte heute noch die wirtschaftlichen Risiken fossiler Rohstoffe tragen?

Ich nicht. Zeit also, Teil der Energiewende zu werden. Ein kleines Formular bei den Ökostromern ausgefüllt und zack, schon bin ich Teil der Zukunft.

Alle Quellen:
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https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/blackrock-was-vom-klimaschutz-vorstoss-der-fondsgesellschaft-zu-halten-ist-a-bc4f8848-ac6d-4e85-b0ff-521b6c2183ee
> https://www.pv-magazine.de/2020/01/23/katars-800-megawatt-ausschreibung-vergibt-zuschlag-fuer-knapp-142-cent-kilowattstunde/
> https://twitter.com/k_stukenberg/status/1220821333468229632
> https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-08/atomkraftwerk-edf-frankreich-abschalten-energiekonzern
> https://idw-online.de/de/news730399

Und unsere Broschüre „Es gibt keine Ausreden mehr!“ hier:
https://www.schriesheimer.ökostromplus.de/wp-content/uploads/Flyer_Klimawandel_final.pdf

Andreas Reuland für die Schriesheimer Ökostromer