Stromausfälle durch Hitze, wie kann das passieren?
In letzter Zeit leiden wir immer wieder unter Hitzewellen mit Höchsttemperaturen bis fast 40°C. So auch Ende Juni.

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Und dann passierte in Weinheim das (Rhein-Neckar-Zeitung vom 30.6.): Plötzlich ist das Licht aus, der Kühlschrank leise, der Fernseher schwarz. Der Strom ist ausgefallen. Das liegt doch bestimmt wieder an dieser übertriebenen Energiewende mit ihrem unzuverlässigen „Flatterstrom“ – oder? Na ja, oder vielleicht doch an den hochsommerlichen Temperaturen?
Der SWR machte solche Stromausfälle kürzlich zum Thema einer Radiosendung. Reporterin Katha Jansen fragte nach (SWR Kultur-Sendung vom 6.7.2026). Die Netzbetreiber sagen dazu: „Ja, das lag auch an den Temperaturen“. Hitze kann zu Materialproblemen führen, sogar an Erdkabeln. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Zu hohe Temperaturen machen die Isolierungen dieser Kabel spröde, der Widerstand in den Leitungen steigt bei Hitze, dadurch wird es noch wärmer und irgendwann geht so ein Kabel dann kaputt. Sofort greift ein Sicherheitsmechanismus: Der Strom wird automatisch abgeschaltet. Auch brennende Trafohäuschen oder Stromkästen waren ein Thema. Oft waren in einem kleineren Umkreis mehrere Kommunen gleichzeitig von Stromausfällen betroffen, meist nur für wenige Stunden. Deutschland hat zwar ein vergleichsweise zuverlässiges Stromnetz, jedoch setzt der Klimawandel auch unser Netz unter Druck. Extreme Hitze, Gewitter oder Stürme schädigen eben ein Kabel oder eine Verbindung. Und dann zieht das einen Rattenschwanz nach sich. Netzbetreiber sehen im Hochsommer tatsächlich vermehrt ungeplante Stromausfälle.
Und wie bekommt man zukünftig immer mehr Elektrifizierung, also Strombedarf, und durch den Klimawandel bedingte Hitze unter einen Hut? Die Energiewende zu Ende denken! Das sehen viele Fachleute als großen Hebel; denn Sonne oder Wind liefern übers Jahr riesige Mengen an Energie. Jetzt müssen wir es eben noch schaffen, die sinnvoll zu speichern, gut zu verteilen und schlauer abzurufen mit Batteriespeichern, Pumpspeicherkraftwerken und Wasserstoff als Langzeitspeicher auf der einen Seite, dann Dezentralisierung auf der anderen – also vor Ort erzeugen und verbrauchen, statt Strom über Riesenstrecken zu transportieren. Und wir sollten Strom schlau nutzen, nämlich dann, wenn besonders viel erzeugt wird. Dann spart man sich unnötiges Speichern. Hier sind die intelligenten Stromzähler, die Smart Meter, der Schlüssel. Denn wenn all das ineinandergreift, dann ist Elektrifizierung auch mitten im Klimawandel kein Problem, sondern eine Lösung.
Für die Schriesheimer Ökostromer
Winfried Plesch
