Phosphor aus Klärschlamm zurückgewinnen
Anfang des Jahres hat die MVV ihre neue Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm auf der Friesenheimer Insel bei Mannheim in Betrieb genommen. In Deutschland ist dies die erste Anlage, die Phosphor nach dem EuPhoRe-Verfahren in industriellem Maßstab recycelt.
Phosphor ist ein wertvoller Rohstoff, der in vielen Bereichen verwendet wird. In der Landwirtschaft kommt er als Düngemittel zum Einsatz, er ist Bestandteil von Akkus und ist ein wichtiger Baustein für die Chemieindustrie. Der Bedarf an Phosphor steigt, aber die globalen Phosphorvorkommen schwinden. In Klärschlamm aus kommunalen Abwässern steckt viel Phosphor. Da Klärschlamm jedoch auch viele Schadstoffe enthält, wird dieser in der Regel nahezu vollständig verbrannt und der darin enthaltene Phosphor geht verloren.
Die MVV hat nun einen nachhaltigen Weg der Kreislaufwirtschaft beschritten. Die Phosphorrecyclinganlage ist gekoppelt an das existierende abfallgefeuerte Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel und wird ca. 135.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr verarbeiten. Die Anlage ist sogar bis zu 180.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt.
Kurz und knackig kann man den Prozess etwa so beschreiben: Der vorgetrocknete Klärschlamm wird ungefähr 5 bis 6 Stunden im Herzstück der Anlage, den Drehrohröfen, mit dem 900-1000°C heißen Rauchgas aus der Abfallverbrennung thermisch behandelt. Das Endprodukt ist eine Asche, aus der nun der Phosphor gewonnen werden kann.
Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, ist stolz auf diese Pionieranlage mit dem Kreislaufwirtschaftsgedanken. So meinte er: „In einem ‚Urban Mining‘ gewinnen wir aus Abwasser zuerst klimaneutrale Energie und dann wertvollen Phosphor. Die dafür benötigte Prozesswärme erzeugen wir durch die Verbrennung von Abfällen, die Abwärme nutzen wir als Fernwärme für die klimafreundliche Beheizung von Wohnungen.“ Er sieht die Anlage als einen weiteren zentralen Baustein für die Umwelt- und Klimaschutzstrategie der Stadt Mannheim.
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Für die Schriesheimer Ökostromer
Prisca Henheik
