Fukushima, 11. März 2011

Die meisten von Ihnen werden sich an die Bilder vom 11. März 2011 erinnern. Was für eine Katastrophe! In mein Gedächtnis ist dieser Tag fest eingebrannt. Ich weiß noch genau, wie ich von den furchtbaren Nachrichten aus Fukushima erfuhr. Erst das Erdbeben, dann der Tsunami und in dessen Folge der Super-GAU für Japan!

Aktuell werden in den Medien lesens-, hörens- und sehenswerte Dokumentationen zu Fukushima angeboten. Weiterhin empfehlenswert ist immer noch das Buch „Fukushima 360°“. Mit beeindruckenden Fotos, veranschaulichenden Bildgrafiken und jeder Menge Informationen beleuchtet der Autor und Fotograf Alexander Neureuter sachlich fundiert die Hintergründe und Folgen der Katastrophe.

In der Folgezeit nach der Katastrophe von Fukushima wurde hier in Deutschland in großem gesellschaftlichem Konsens beschlossen, aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Inzwischen sind die letzten Atomkraftwerke bei uns abgeschaltet. Und das ist richtig so! Dass zurzeit von entsprechender Seite eine Renaissance der Atomkraft herbeigeredet wird, erschreckt uns Schriesheimer Ökostromer zutiefst. Wir haben letzte Woche gezeigt, dass die Atomkraft keine Lösung für das Problem des menschengemachten Klimawandels darstellt.

Atomkraft ist viel zu teuer, nicht kompatibel mit den Erneuerbaren und bindet zudem Investitionsmittel, die dringend in den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und in die Ertüchtigung der Stromnetze fließen müssen. Außerdem käme sie viel zu spät, um ihre zweifelhafte Wirkung für den Klimaschutz zu entfalten. Und Deutschlands Wirtschaft wäre ganz schnell international abgehängt. In der nächsten Ausgabe des Mitteilungsblattes stellen wir Ihnen Tim Meyers Buch „Strom“ mit entsprechenden Fakten vor.

Atomkraft kann nie 100%ig sicher sein: Unfälle, Anschläge, Militärschläge oder auch Cyberangriffe auf die Steuerung eines Atomkraftwerkes, all diese Szenarien können fatale Wirkung entfalten. Dies haben wir vor 40 Jahren im AKW Tschernobyl, das vor 10 Jahren mit einem neuen Sarkophag abgedichtet werden musste und vor einem Jahr durch einen Drohneneinschlag wieder schwer beschädigt wurde, so wie vor 15 Jahren im AKW Fukushima erlebt.

Das ungelöste Endlagerproblem wird zurzeit in den Pro-Atom-Erzählungen verharmlost. Doch für den Jahrhunderte bis Millionen Jahre radioaktiv strahlenden Atommüll gibt es in Deutschland immer noch kein sicheres Endlager.

Was also unsere Verantwortung in Hinblick auf Klimaschutz und Strahlensicherheit gegenüber den nachfolgenden Generationen angeht, stellt die Atomkraft keine Alternative dar.

Für die Schriesheimer Ökostromer
Winfried Plesch