Energiekrise – früher und heute

Krieg im Nahen und Mittleren Osten, seit Ende Februar, und seit mehr als 4 Jahren Krieg in der Ukraine. Diese Kriege haben unmittelbare Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Öl und Gas und somit auf die Energiepreise. Die Straße von Hormus wird zurzeit blockiert, sodass dort der Schiffsverkehr zum Erliegen kommt. Normalerweise werden täglich 20% des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases durch diese Meerenge transportiert. Auch Deutschland ist in hohem Maß abhängig von fossilen Brennstoffen. So wurde 2023 fossile Energie für 83 Milliarden Euro importiert, wobei 49 Milliarden Euro auf Öl entfielen. Wir merken diese Abhängigkeit gerade deutlich an der Tankstelle, wo die Preise für Kraftstoffe in die Höhe geschnellt sind.

Viele von Ihnen werden sich noch an vergangene Energiekrisen erinnern. So wie die Ölkrise 1973, die Energiesparen als eine gesellschaftliche Notwendigkeit salonfähig machte. Autofreie Sonntage wurden deutschlandweit verordnet. Damals hat noch niemand von Verboten oder Bevormundung gesprochen und dies mit einer Partei verknüpft.

Weitere Energiekrisen wurden durch kriegerische Konflikte in den Jahren 1979/80, 1990 und 2005 ausgelöst und führten zu einem Überdenken der Energiepolitik. Unser Nachbar Dänemark z.B. setzte auf eine umfassende Wärmeplanung und den Ausbau erneuerbarer Energien, um unabhängiger zu werden. Deutschland baute hingegen die Atomkraft aus, was eine Abhängigkeit von Uranimporten bedeutete. Nach dem endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft 2022 konnte letztes Jahr der Energiebedarf bereits zu mehr als 50% durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Seit langem raten Wirtschaftsexperten dazu die Energieversorgung breit aufzustellen und damit Abhängigkeiten zu reduzieren, genügend Reserven für Krisenzeiten zu haben, und auf eine nachhaltige Energiepolitik zu setzen. Darüber hinaus veröffentlichte die Internationale Energieagentur offizielle Empfehlungen zum Energiesparen. Sofortmaßnahmen in den Industrieländern würden den Öl- und Gasverbrauch senken, wobei der Verkehrssektor am meisten beitragen könnte: gesenkte Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen, Hochgeschwindigkeitszüge statt Inlandsflügen, mehr Elektromobilität.

Das sind viele Anreize für eine beschleunigte Energiewende, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch klimapolitische Vorteile mit sich bringt. Und wir alle können dazu beitragen mit Energiesparen und, wenn Sie mögen, einem Wechsel zum  Schriesheimer Ökostrom+, Ihrem Beitrag zum Klimaschutz, zur Energiewende und unserem Schriesheimer Gemeinwohl.

Für die Schriesheimer Ökostromer
Prisca Henheik