Atomstrom – wirklich eine Alternative?
Immer wieder liest man in den Medien über „grünen“ und „klimaneutralen“ Atomstrom. Klimaschutz und CO2-Einsparung als Türöffner für Fördergelder.
Doch ist Atomstrom wirklich als Retter in dem von Lobbyisten und Medien hochgespielten Engpass bei der Energieversorgung zu sehen?
Weltweit sind rund 400 AKW in Betrieb, die ca. 2% des Endverbrauchs decken, mit sinkender Tendenz. Tausende müssten in Betrieb gehen, um den CO2-Ausstoß weiter zu senken. Man muss allerdings mit mindestens 20 Jahren von der Planung bis zur Inbetriebnahme rechnen. Außerdem ist der Bau eines AKW teuer und oft geraten die Kosten außer Kontrolle, so wie in England, Finnland oder Frankreich. Und ohne staatliche Subventionen geht gar nichts – das gilt weltweit.
Im Vergleich dazu decken Erneuerbare Energien jetzt schon 15% des Endverbrauchs mit steigender Tendenz. Und sie sind von den Stromkosten her für den Endverbraucher die günstigere Variante, ca. ein Drittel von Atomstrom-Kosten.
Ach ja, da gibt es ja die Mini-Meiler (Small Modular Reactor, SMR), die gerne als Lösung angeführt werden. Marktreif sind diese nicht, denn bisher gibt es nur Prototypen. Und auch hier gilt: es fällt radioaktiver Müll an, zwar weniger, aber eben Atommüll, der endgelagert werden muss. Wohin, wenn es kein Endlager gibt? Außerdem gibt es die Faustregel, je kleiner ein Kraftwerk, desto höher der Preis pro kWh. Reine PR also.
Der Strombedarf für neue Rechenzentren wird ebenfalls gerne genannt. Schaut man genauer hin, dann ist offensichtlich, dass es sich hier auch um Augenwischerei handelt. Amazon, Microsoft, Meta, alle diese Großkonzerne, setzen Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie ein, und auch sonst werden Rechenzentren sehr oft klimaneutral betrieben.
In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass auch AKW wetterabhängige Stromlieferanten sind. So müssen sie bei Hitzeperioden und niedrigen Wasserpegelständen von Flüssen abgeschaltet werden, damit sich das Flusswasser nicht noch weiter erwärmt. Zudem ist ein AKW unflexibel, da es nicht einfach dazu geschaltet werden kann, wenn es mal notwendig wird. Entweder „An“ oder „Aus“.
Wir brauchen für die Energiewende ein flexibles und dezentrales Stromnetz mit intelligenter Steuerung und großen Speichern.
Warum also Atomkraft, wenn es auch anders geht?
„Schriesheimer Ökostrom+“, Ihr Beitrag zum Klimaschutz, zur Energiewende und unser Schriesheimer Gemeinwohl.
Für die Schriesheimer Ökostromer
Prisca Henheik
