AKW Fessenheim muss sofort abgeschaltet werden!

Das französische AKW Fessenheim liegt Luftlinie nur 124 km von Schriesheim entfernt. Grund genug, sich mit diesem Kernkraftwerk näher zu beschäftigen. Das AKW Fessenheim ging 1977 in Betrieb und ist damit das älteste noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk Frankreichs. Es liegt an einem Rheinseitenkanal und nur einen Kilometer von der Grenze zu Deutschland. In einem Umkreis von 30 km leben 930.000 Menschen, im Ballungsraum Basel 830.000 Menschen und im Ballungsraum Straßburg 770.000 Menschen.

Aktuelle Situation
Vor wenigen Tagen kam heraus, dass im April 2014 3.000 Liter Wasser in die völlig ungesicherten Schaltschränke gelaufen sind und die elektrische Steuerung des Kraftwerks komplett lahmgelegt haben. Auch die elektrische Notabschaltung funktionierte nicht mehr. Nur durch eine Zugabe von Borcarbid konnte der Reaktor „blind“ heruntergefahren werden. Die französische Atomaufsicht ASN hat den Vorfall gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Bezug auf Ausmaß und Gefährdungspotential heruntergespielt.

Hintergrund
Das älteste und störanfällige französische Atomkraftwerk Fessenheim befindet sich etwa 25 Kilometer südwestlich von Freiburg. Dieses Gebiet im Oberrheingraben gehört zu den seismisch aktivsten Zonen in Europa und ist dicht besiedelt. Ein der Kühlung des AKW dienender Rheinkanal liegt ca. neun Meter über dem Niveau der beiden 1977 und 1978 in Betrieb genommenen Reaktoren. Ein nicht unwahrscheinlicher Dammbruch bei Hochwasser birgt die Gefahr der Überflutung, was den Ausfall des elektronischen Sicherheitssystems und schließlich eine Kernschmelze zur Folge haben könnte. Die Sicherheitsvorkehrungen des AKW Fessenheim sind laut Expertenaussagen, einer Studie des Öko-Instituts und gemäß den Ergebnissen des EU-Stresstestes völlig unzureichend. Es besteht das Risiko einer atomaren Katastrophe.
Aber auch im sogenannten Normalbetrieb stellt das AKW Fessenheim eine untragbare Gefahr dar. Es verfügt nicht über Kühltürme, sondern leitet das verbrauchte Wasser radioaktiv verschmutzt und stark erwärmt wieder in den Rhein zurück. Die abgebrannten Brennstäbe werden im extrem schlecht geschützten, außen liegenden Abklingbecken gelagert. Für den täglich produzierten Atommüll gibt es bis heute keine Endlager-Lösung.

Fazit
Aus den genannten Gründen muss die neue Landesregierung in Baden-Württemberg allen Einfluss geltend machen, damit Fessenheim sofort abgeschaltet wird. Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ihren privaten Atomausstieg planen, dann wechseln Sie einfach zum Schriesheimer Ökostrom+.
(Bearbeitet nach campact.de)

Für die Schriesheimer Ökostromer
Wolfgang Fremgen